Verband Schulpsychologie Niedersachsen

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Schulpsychologie in Niedersachsen/ Januar 2009

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Die zwischenzeitlich offensichtlich beschlossene Kürzung auf landesweit 40 Stellen wird die schon prekäre Lage der Schulpsychologie in Niedersachsen weiter verschlechtern. In der Öffentlichkeit gibt es wenig Verständnis für die massiven Engpässe in der Schulpsychologie, da die Verhaltens- und Lernprobleme in den Schulen offenkundig sind und die Lehrkräfte stark belasten.
Als erstes Ergebnis eines Nachdenkens sind die noch laufenden Abbaumaßnahmen im Personal für das Jahr 2009 seitens der Landesregierung erst einmal auf Eis gelegt worden.

Im Vergleich der Bundesländer gibt es dennoch in unserem Lande offensichtlich die Tendenz Schlusslicht in Sachen Schulpsychologie zu werden. Nach den Planungen soll das Verhältnis Schulpsychologen zu Schülern in Niedersachsen zukünftig bei 1:30000 liegen (der Durchschnitt (!!) der Bundesländer liegt bei 1:16000). In einigen Regionen des Landes ist die Versorgung schon jetzt deutlich schlechter. Von der Versorgung mit Schulpsychologie in Ländern, die gute PISA-Ergebnisse erzielen wie Finnland u.a. und die sonst immer als Maßstab gelten, können wir hier nur träumen. Und das in einer Situation, in der das Land Niedersachsen sich an der Spitze der Bildungspolitik wähnt.

Trotz der immer dünner werdenden Personaldecke ist es der Schulpsychologie in Niedersachsen in den letzten Jahren gelungen, ihre stark nachgefragten zentralen „Standard-Angebote“ aufrechtzuerhalten, vor allem die zeitintensiven Weiterbildungslehrgänge
 • Beratungslehrer-Weiterbildung (2 Jahre)
 • Klassenlehrer-Training K – I – K (1,5 Jahre)
 sowie die seit 4 Jahren durchgeführten landesweiten Dienstbesprechungen zum Laufbahn-Empfehlungsgespräch für die Klassenlehrkräfte von Kl. 4.

Die regional angesiedelten Schulpsychologinnen und Schulpsychologen haben daneben immer darauf geachtet, neben einer „Dienstleistungsfunktion“ für die Schulen offen für die Sorgen und Beschwerden der Eltern und der Schülerinnen und Schüler zu sein und sich aktiv für die Vermittlung in Konflikten zwischen Elternhaus und Schule anzubieten. Schulpsychologen und Schulpsychologinnen ist es ein zentrales Anliegen dabei mitzuhelfen, die bildungspolitische Devise „Keiner/Keine darf verloren gehen“ auch in die Realität umzusetzen. Dazu zählt notwendigerweise auch die psychologische Beratung einzelner Eltern und einzelner Schülerinnen und Schüler.

Für unseren Verband, in dem ein Großteil der Schulpsychologinnen und Schulpsychologen in Niedersachsen organisiert ist, ist es unbegreiflich, dass das Land meint es sich nicht leisten zu können, auf den alten Stand in der Schulpsychologie (50 Stellen zusätzlich; ein kleiner Vergleich: das Land hält derzeit etwa 67000 Lehrerstellen vor, es geht hier also lediglich um die Größenordnung eines mittleren Kollegiums) zurückzukehren. 


Januar 2009 

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